Aus der Herzkammer der Demokratie

Es sind die Menschen, die in Weinheim Demokratie gemacht haben: „Revoluzzer" Friedrich Härter, Albert Ludwig Grimm als Bürgermeister und Abgeordneter des Badischen Landtags, Marianne Rihm, die erste Frau im Weinheimer Gemeinderat – und andere Persönlichkeiten der Demokratiegeschichte in Weinheim. Es geht um Personen, Orte besonders Ereignisse bei der aktuellen Ausstellung „Kneipe, Kanzel, Parlament“ im Museum der Stadt am Amtshausplatz, die am Dienstag eröffnet worden ist. Die Ausstellung mit vielen Dokumenten und Abbildungen im ersten Stock des Museums ist noch bis zum 25. März zu sehen, also auch am Sonntag, 22. März, wenn zum Weinheimer Frühling die Geschäfte in der Stadt geöffnet sind.


Die Öffnungszeiten des Museums sind Dienstag bis Donnerstag, 14 Uhr bis 17 Uhr, Samstag, 14 Uhr bis 17 Uhr, und Sonntag 11 Uhr bis 17 Uhr. Die Ausstellung und eine dazu gehörende Vortragsreihe wird federführend vom Förderkreis des Museums organisiert.
Stadträtin Christina Eitenmüller eröffnete die Ausstellung am Dienstagabend und bedankte sich bei den Akteuren für das große Engagement. Die Veranstaltungen stehen unter dem Motto des bundesweiten Tages der Demokratie, den wiederum Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angeregt hat.
„Nur wenige Kommunen kommen diesem Auftrag so engagiert und kreativ nach wie die Akteure in Weinheim unter Federführung des Förderkreises unseres Museums“, bescheinigte Christina Eitenmüller. Das Engagement, so die OB-Stellvertreterin, stehe in guter Tradition. Denn Weinheim ist eine Stadt mit einer bewegten aber auch erfolgreichen Demokratiegeschichte, wie man an der Ausstellung sieht. Sie betonte, dass die richtigen Experten zu den passenden Themen gefunden worden seien (weiteres Programm siehe unten). Es sei klar, so die Kommunalpolitikerin, dass Demokratie an der Basis entsteht. Die Kommunen – und dabei zitierte sie Innenminister Thomas Strobl, der diesen Satz mehrfach während der Heimattage betont hatte  – seien „die Herzkammer der Demokratie“ Eitenmüller: „Hier und heute hören wir sie deutlich schlagen.“
Sie dankte den Organisatoren des Förderkreises, „dass Sie diesen Tag der Demokratie zu Wochen der Demokratie ausweiten und den Fokus auf die einzige Staatsform der Welt lenken, welche die elementaren Grundrechte in den Mittelpunkt stellt, ja als zwingend nötige Basis hat“. Und dennoch sei Demokratie keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Demokratie werde attackiert, von außen und von innen, gab sie zu Bedenken. „Und es scheint, dass sich Politikverdrossenheit auch in diesem Land in Richtung einer Demokratieverdrossenheit verschiebt“, so Christina Eitenmüller. Und sie bekräftigte: „Schon lange nicht mehr waren Veranstaltungen wie diese so wichtig wie im Moment.“ Und: „Es ist wichtig an jene Menschen zu erinnern, der wir sie verdanken.“

Thomas Veigel spricht zr Pressefreiheit am Freitag

Die weiteren Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung sind nun:
„Pressefreiheit damals und heute“ ist der Titel eines Vortrags am 13. März um 19 Uhr. Zeitungen waren für die Entwicklung der Demokratie und sind heute für ihren Erhalt unverzichtbar. Der Weinheimer Journalist Thomas Veigel wird die Geschichte der Zeitungen und der Pressefreiheit mit einem Schwerpunkt auf Baden und Weinheim beleuchten. Pressegesetze, Zensur und die aktuelle Situation der Pressefreiheit in Deutschland und der Welt sind weitere Themen.
 
„Wege zur Demokratie - in Weinheim und der Welt“ heißt der Vortrag von Heiner Bernhard am 18. März um 19 Uhr.  Nach einem Blick auf die heutige Situation in Deutschland schildert Weinheims ehemaliger Oberbürgermeister die wenig erfreuliche Demokratiegeschichte von den verheißungsvollen Anfängen im alten Athen bis zum Ende des Absolutismus. Ausgehend von der Aufklärung als Fundament der Moderne spricht er die Demokratisierung in Nordamerika und Frankreich an mit deren Auswirkungen auf die Entwicklung in Deutschland – insbesondere im 19. Jahrhundert. Weinheimer demokratische Sonderwege in der Zeit vor der Geltung der Gemeindeordnung runden den Vortrag ab.
 
 „Frauen in der Demokratie“ ist das Thema des Vortrags der Weinheimer Gemeinderätin und Grünen-Politikerin Elisabeth Kramer am 20. März um 19 Uhr. Das Frauenwahlrecht kam überall sehr verzögert: Erst nachdem alle männlichen Bürger wählen durften, also nach Beendigung der Sklaverei, durften auch in den USA Frauen wählen, das war erst 1920, in Deutschland durften Frauen immerhin ab 1919 wählen. Aber Demokratie besteht nicht nur aus Wahlen: Abstimmungen zu Sachthemen gehören ebenso dazu wie Gleichberechtigung in Familie, Beruf und Öffentlichkeit. Elisabeth Kramer wird dazu auch ihre eigene Geschichte in der Kommunalpolitik beleuchten.
 
Führung: Am 21. März findet um 15 Uhr vom Museum aus ein von Alexander Boguslawski geführter Altstadtrundgang statt, bei dem an Orte und Personen in Weinheim erinnert wird, die mit unserer Demokratiegeschichte zu tun hatten.
 
„Bürgerschaftliches Engagement“ stellt Monika Springer am 24. März um 19 Uhr vor. Die Demokratie besteht nicht nur aus ihren Institutionen, sondern sie lebt auch von der Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger. Die Menschen haben in der Geschichte die Demokratie erkämpft, und sie weiterhin aufgerufen, für ihren Erhalt einzutreten. Wichtig ist, sich an Wahlen zu beteiligen, aber auch Bürgerinitiativen sind eine Form der Beteiligung. Monika Springer wird unter anderem von dem Bündnis „Weinheim bleibt bunt“ berichten, das sich seit über zehn Jahren für die Demokratie in unserer Stadt einsetzt.
 
Beim „Bunten Nachmittag“ mit Kaffee und Kuchen am Sonntag, 22. März kommt auch die Kultur zu Wort. Torsten Fetzner, früherer Bürgermeister von Weinheim, singt politische Lieder, der Kabarettist Manfred Maser wird eine Revolutionsgeschichte erzählen, der Jugendgemeinderat wird sich vorstellen, in einem Film von 1973 erzählen fünf Weinheimer aus ihrem Leben, das bei einigen im 19. Jahrhundert begann. Alexander Boguslawski stellt in einer Lesung den „ehrbaren Weinheimer Revoluzzer“ Friedrich Härter vor.

(Erstellt am 11. März 2026)

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