Kita-Plätze für alle
Der Kita-Bedarfsplan der Stadt Weinheim lässt keinen Zweifel: „Es kann in Weinheim im nächsten Kindergartenjahr allen Familien ein Kindergarten-platz für Kinder zwischen drei Jahren und Schuleintritt angeboten werden. Es sind darüber hinaus genügend Plätze vorhanden, um auch Kinder mit Eingliederungshilfebedarf
oder Fluchterfahrung in die Einrichtungen aufzunehmen.“ So ein Satz gibt den Vertreterinnen und Vertretern der politischen Gremien immer Sicherheit – vor allem aber den Eltern, deren Kinder in Weinheim aufwachsen. Und jenen, die sich Weinheim als Wohnort aussuchen wollen.
Über drei Jahre
Die Planung für das Kita-Jahr 2026/27 und folgende lag jetzt dem Kinder- und Jugendbeirat der Stadt vor; der Gemeinderat soll laut Empfehlung des Ausschusses die Planung am 22. April in öffentlicher Sitzung beschließen.
Das sind die Zahlen: Im Laufe des kommenden Kindergartenjahrs 2026/2027 steigt die Zahl der Kindergartenkinder von 1363 Kindern (Stichtag: 31. Dezember 2026) auf 1517 Kinder (Stichtag: 30. Juni 2027) an.
Gemäß der Bedarfsplanung stehen in Weinheim für das Kindergartenjahr 2026/2027
insgesamt 1651 Plätze in verschiedenen Angebotsformen (1019 „Verlängerte Öffnungszeit“ und 632 Ganztag) zur Verfügung. Daraus folgt: „Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz kann nach heutigem Stand vollständig erfüllt werden.“
Unter drei Jahre
Die Zahl der Kinder unter drei Jahren ist naturgemäß nur annäherungsweise zu prognostizieren. Bezogen auf die Geburtenjahre 2023 – 2025 leben in Weinheim 973 Kinder unter
drei Jahren. Einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben alle Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben. Zum 31.Dezember 2026 wären dies
673 Kinder (Geburtenjahre 2023 und 2024). Demgegenüber sind gemäß der Bedarfsplanung für die 0- bis 3-jährigen Kinder für das
Kindergartenjahr 2026/2027 insgesamt 425 Plätze vorhanden, davon 180 Plätze in Krippengruppen, 97 Plätze in altersgemischten Kindergartengruppen und 148 bei Tageseltern. 2025/26 waren es noch 477 Plätze, das Betreuungsangebot ist somit um ins-
gesamt 52 Plätze gesunken. Betrachtet man die 673 Kinder, die zum 31. Dezember 2026 einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz haben, beträgt die Versorgungsquote 63 Prozent.
Da nicht nur die Zahl der Plätze, sondern auch die Zahl der Kinder rückläufig ist, bleibt die Versorgungsquote in Weinheim weiterhin hoch. Hinzu kommt, dass aktuell auch die Nachfrage nach Kleinkindbetreuung in Weinheim gering ist. Zum 1. Februar waren 34 Plätze bei Tageseltern und mehrere Plätze in den Krippen nicht belegt.
Folge: Der Bedarf an Betreuungsplätzen für U3-Kinder kann somit im nächsten Kindergartenjahr gedeckt werden. In der Sitzung versicherten aber Vertreter des Amtes für Bildung und Sport: „Die Verwaltung wird die Situation aber weiter im Blick behalten und bei der Planung der Neubauten des Kindergartens Waid und des katholischen Kindergartens „St. Marien“ berücksichtigen.“ Sofern zusätzlicher Betreuungsbedarf entstehe, werde die Verwaltung prüfen, in welchen Kitas Ü3-Plätze in Krippenplätze umgewandelt werden können.“
Wichtig zu wissen: In 23 Einrichtungen werden insgesamt 49 Kinder mit Behinderung (Inklusion) betreut, für die der Rhein-Neckar-Kreis eine Eingliederungshilfe gewährt.
23 Kinder mit Fluchthintergrund werden in zwölf Kindertageseinrichtungen betreut. Die meisten davon kommen aus der Ukraine und aus Syrien.
Personalbindung verbessert
Auch bei der Personalbindung, ein besonders wichtiges Thema im Bereich der Kinderbetreuung, steht die Stadt Weinheim gut da. Auf drohende Engpässe hat man frühzeitig reagiert: Mit dem Personalentwicklungs- und -bindungskonzept #KitaKraft wurde ein strategischer Ansatz zur Gewinnung, Qualifizierung und Bindung von Fachkräften entwickelt. Dazu zählen auch erweiterte Leitungsfreistellungen, der Ausbau der Springerpools zur Abfederung von Ausfällen, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sowie strukturierte Personalentwicklung und Qualifizierungsperspektiven.
Die Maßnahmen zeigen erste Wirkung: In den städtischen Einrichtungen sind nahezu alle Stellen besetzt, die Personalsituation hat sich spürbar stabilisiert. Ein zentraler Baustein sei die Stärkung der Ausbildung: Die Stadt hat ihre Kapazitäten in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut, zum Beispiel durch praxisintegrierte Ausbildungsgänge (PiA) und das Programm „Direkteinstieg Kita“. Tenor auch im Beirat: „So leistet sie einen aktiven Beitrag zur langfristigen Sicherung des Fachkräftebedarfs.“

